Artikel aus: Donauwörther Zeitung vom 29.12.2005

Die sanfte Revolution der Kunst

26. Ausstellung im Theatersaal des Gymnasiums - Noch an vier Januar-Tagen geöffnet

Klemz
Taufer
Klopfer Hawlon
Es gibt viel zu bestaunen im Theatersaal. Die Bilder von Nicola Klemz (links oben) und von Annemarie Taufer (links), die Skulpturen von Barbara Klopfer und (dahinter) die Bilder von Johannes Hlawon.
Donauwörth (DZ vom 29.12.2005, Klaus Röhr):

Sie ist zu einer festen Einrichtung geworden, die alljährliche Kunstausstellung am Donauwörther Gymnasium. Die Vernissage am zweiten Weihnachtsfeiertag war folglich wieder hervorragend besucht. Die Künstler stammen diesmal alle aus dem heimischen Raum: Barbara Klopfer mit Skulpturen aus Ton, Annemarie Taufer, Nicola Klemz und Johannes Hlawon mit Malerei.


In seiner Begrüßung spürte Oberstudiendirektor Jörg Eyrainer dem Wesen der Kunst nach. Versinnbildlicht sie doch seiner Meinung nach durch die Jahrhunderte aus einem sakralreligiösen Ursprung heraus die Suche nach dem zeitlos Schönen, wie sie etwa Griechen und Römer zum Ausdruck brachten. Im 20. Jahrhundert wurde sie Ausdruck von Lebensgefühl. Kunst heute im 21. Jahrhundert hat für Eyrainer eine Funktion des Widerstands, des Plädoyers, dass es den schöpfenden Menschen noch gibt. Widerstand gegen eine verordnete geistige Passivität, Widerstand gegen die computergesteuerte Nüchternheit des Alltags (und auch der Schule?).
Kunst am Gymnasium ist als Auftrag zu verstehen. Der Auftrag gilt den Schülern, den jungen Leuten, sich in ihrer eigenen Kreativität nicht unterdrücken zu lassen. Aber der Auftrag geht weiter, umfasst auch die Zuschauer, die Ausstellungsbesucher. Kunst als Gegengewicht zur Banalität des Alltags, Kunst ist (und war es schon immer) Ausdruck der Seele. "Man verändert die Welt um sich herum und kommt doch mit der Entwicklung nicht mit." Kunst auch als ein Fluchtpunkt?
Marc Rogat ist Kunsterzieher und selbst Kunstschaffender und hat die Ausstellung (Helmut C. Walters Serie mitgerechnet ist es bereits die 26.) organisiert. Ihm und seiner engagierten Gattin Federica galt der Dank des Schulleiters. Marc Rogat stellte die Künstler vor und skizzierte ihre eigene Art des Schaffens. Besonderen Dank richtete er an die Sponsoren, an die Volkshochschule Donauwörth, die Unger-Firmengruppe, Optik Baur, den Ludwig-Auer-Verlag, die AOK Donauwörth, das Modehaus Storr, die Buchhandlung Greno und die Druckerei Merkle. Für die Künstler sprach schließlich Nicola Klemz. Ein Bläserensemble sorgte für die musikalische Note der Vernissage.

Vielfalt ist Trumpf

Barbara Klopfer dominiert in ihrem Teil der Ausstellung mit Köpfen. "Langnasen" erinnern beharrlich an Vorbilder von den Osterinseln, nur waren die in Stein gehauen und überlebensgroß. Der Harburger Johannes Hlawon, "Quotenmann" der Ausstellung, erweist sich als Minimalist japanischer Schule. "Nachlass und Erinnerung" ist sein Thema. Mut zur Farbe beweist Annemarie Taufer. Ihr Leben ist bunt, vielfältig, ihre Farben fordern heraus. "Seelenbilder" nennt sie ihre Schöpfungen. Nicola Klemz ist die Vierte in der Runde der Aussteller. Symbolische wie surreale Tendenzen prägen ihr Schaffen. "Traumbilder" könnte man ihre Arbeiten nennen, Bildideen, aus dem Unterbewussten entwickelt, kombinieren sich zu mehrdeutigen Botschaften des eigenen Selbst.

Eyrainer info:
Kunst ist auch Herausforderung. Wer sich sein eigenes Bild machen möchte, ist herzlich eingeladen am 1., 6., 7., und 8. Januar jeweils von 11 bis 16 Uhr im Theatersaal des Gymnasium Donauwörth.
Organisator Marc Rogat (Bildmitte) mit dem Bläser-Ensemble und Oberstudiendirektor Jörg Eyrainer (links) bei der Vernissage im Theatersaal.   Bild(4):Sisulak


25.2.2022