Artikel aus: Donauwörther Zeitung vom 28.2.2004:

Der Traum vom Paradies

Nicola Klemz stellt in der Raiffeisenbank im Ried aus - Vernissage am 1. März

Von unserer Mitarbeiterin Barbara Sagel

Donauwörth.

Ein Traum vom Paradies

Frauengestalten, Frauengesichter, in surrealer Umgebung stehende architektonische Objekte, Masken, diffuse Landschaften und häufig den Ausdruck des Schreckens, der Schattenseiten der Seele, sieht man in den Bildern der Malerin Nicola Klemz. Aber auch prachtvolle Farben, herrliche Weiten und Schönheit sind es, die den Betrachter der Ausstellung fesseln, die am Montag, 1. März, in der Raiffeisen-Volksbank im Donauwörther Ried eröffnet wird.

Nicola Klemz stellt mit ihrer Kunst nicht nur die Oberfläche der Dinge dar. Ihre Bilder spiegeln die Welt des Inneren wider, die Tiefe der menschlichen Seele mit all ihren Ängsten und Träumen, ihrer Vielschichtigkeit. Sie dringt vor in die Abgründe des Menschseins bis hin zur bitteren Einsamkeit eines jeden Einzelnen. Gleichzeitig wecken ihre Bilder aber Hoffnung und Freude, weil sie die Möglichkeiten des Menschen aufzeigen, Schönes zu schaffen, Schönes zu sehen, kreativ zu sein, Widersprüche in sich zu vereinen und daraus Kraft zu schöpfen.

Ihre Bildinhalte erschließen sich dem Betrachter aber meist nicht auf den ersten Blick. Man muss schon genauer hinsehen, sich mit dem Bildtitel vertraut machen, um die häufig metaphorische Darstellung in ihrer ganzen Bedeutung zu erfassen. Dabei stehen Frauenthemen, Beziehungen zwischen Frauen, besonders zwischen Müttern und Töchtern, aber auch das Verhältnis zwischen den Geschlechtern und die Strukturen innerhalb der Familie im Mittelpunkt. Eine weitere Ausdrucksmöglichkeit findet die Künstlerin in der Landschaftsmalerei. Wie bei den Romantikern, so lassen sich auch ihre Landschaften als Ausdruck seelischer Gestimmtheit interpretieren. Nicola Klemz verwendet dabei unterschiedliche Stile, Techniken und Materialien. Ein Teil ihrer Werke ist eher dem Symbolismus zuzuordnen. Ähnlich wie in Pantomime und modernem Tanztheater werden die dargestellten Personen durch ihre Gestik und Choreographie zum Ausdrucksträger einer Idee oder eines seelischen Zustandes.

Faszinierende Effekte

Die surrealen Arbeiten sind zum Teil mit Hilfe der so genannten Décalcomanie oder Abklatschtechnik hergestellt. Dabei wird eine Glasplatte oder Folie auf die noch feuchten Farben gelegt und wieder abgezogen. Die daraus zufällig entstehenden Strukturen dienen als Inspiration für die weitere Entwicklung des Bildes.

Für die meisten Werke benutzt die Malerin Ölfarben auf Leinwand. Jedoch erzielt sie faszinierende Effekte und besonders leuchtende und interessante Farben durch eine ausgefallene, altmeisterliche Maltechnik. Die Farben werden nicht direkt aus der Tube auf die Leinwand gedrückt, sondern lasierend in mehreren Schichten übereinander aufgetragen.

Ungewöhnlich und besonders schön wirken auch Bilder in Ölfarbe auf Papier sowie einige Buntstift-Grafiken. Ebenso arbeitet die Malerin mit den spielerischen Möglichkeiten der Fotocollage, um so Bildideen aus dem Unterbewusstsein zu finden. Auch diese Arbeiten lassen den Betrachter ständig die beklemmende Ahnung spüren, dass hinter der häufig schönen und farbenprächtigen Fassade nicht zwingend auch das reine Glück verborgen ist.

Die Ausstellung der Donauwörther Künstlerin Nicola Klemz zeigt, dass man nicht immer weit reisen muss, um wunderschöne und anspruchsvolle Kunst zu genießen. Zu sehen sind die Werke in der Raiffeisen-Volksbank im Donauwörther Ried vom 2. bis 19. März während der normalen Öffnungszeiten. Die Vernissage findet am Montag, 1. März, um 19 Uhr in Anwesenheit der Künstlerin statt.

28.02.2004